Afrika Cup: Vorschau auf Gruppe B

In die Gruppe B des African Cup of Nations 2015 wurden Sambia, DR Kongo, Tunesien und die Kapverdischen Inseln gelost. Ein Vierergespann, bestehend aus einem Überraschungssieger der letzten Jahre, richtigen Paradiesvögeln, einer lang etablierten Top-Mannschaft und einem regelrechten Senkrechtstarter. Ein heißes Rennen um den Aufstieg wird erwartet.
Afrika-Experte Nick Neururer analysierte für weltfussball die Gruppe. "Die Kapverdischen Inseln haben beim letzten Afrika Cup ihre Gefährlichkeit unter Beweis gestellt. Die anderen Mannschaften sehe ich fast auf einer Augenhöhe", meinte der erfahrene Scout im Vorfeld.
Die Gewehrkugeln wollen wieder überraschen
Chipolopolo - die Gewehrkugeln, so lautet der Spitzname des Teams aus Sambia. Vor drei Jahren schossen sie weit schärfer als erwartet und holten überraschenderweise den Titel. Der Triumph in Gabun wurde der Mannschaft von 1993 gewidmet, die damals unweit des Finalstadions von 2012 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. "Wir sind glücklich, dass wir dabei sein dürfen. Das große Ziel ist natürlich immer, dass man die Trophäe stemmen darf. Wir haben es schon einmal gemacht, es wäre nicht die schlechteste Idee, wenn wir es wieder machen dürfen", meinte Trainer Honour Janza.

Tunesien als ausgewogene Mannschaft
Nordafrikanische Mannschaften haben traditionell den Ruf, beständigere Teams als der Rest des Kontinents zu stellen. Tunesien hat keine wirklichen Schwachstellen und zählt deswegen auch bei dieser Auflage zu den Favoriten des Turniers. "Für Tunesien spricht der Name, die Ausgeglichenheit und die Stärke der Liga", meinte auch Neururer. Vor allem das offensive Mittelfeld um Yasine Chikhaoui, Wahbi Khazri und Youssef Msakni kann Spiele im Alleingang entscheiden.
Für Trainer George Leekens ist es die erste Teilnahme am Afrika Cup. Mit der Verlegung des AFCON nach Äquatorialguinea ist der ehemalige belgische Nationalcoach nicht glücklich. "Schade, dass das Turnier nicht in Marokko stattfindet. Wir müssen die Entscheidung des CAF akzeptieren." Die Tunesier wären mit dem Klima im Norden wohl besser zurecht gekommen. Wenn sie sich den Tropen anpassen können, werden die Adler von Karthago wohl schwer zu schlagen sein.
Kap Verde hat sich festgesetzt
Als Tunesiens härtester Konkurrent um den Gruppensieg könnten sich die Kapverdischen Inseln herausstellen. Als erste Mannschaft überhaupt qualifizierte sich das Team von Trainer Rui Águas für die Afrika-Meisterschaft. Vor einigen Jahren waren die Atlantikinseln noch ein absoluter Fußballzwerg, nun konnte man sich aber unter den Top-Mannschaften des Kontinents etablieren. "Sie haben eine sehr gute Mannschaft, die schon beim letzten Afrika Cup ihre Gefährlichkeit unter Beweis gestellt hat. Mit einem guten Trainer und einer passenden Taktik werden sie auch diesmal wieder gefährlich sein", meinte Neururer.
Das Herz des Teams besteht aus Héldon, der bei Sporting unter Vertrag steht, Ryan Mendes von Lille OSC und Innenverteidiger Fernando Varela. Die Blauen Haie sind zudem besonders gefährlich bei Standardsituationen. Der relativ unbekannte Torhüter Vozinha könnte sich allerdings als Risikofaktor herausstellen. "Wir müssen einfach beständiger sein, als die anderen Teams. Dafür haben wir die Kapazitäten und Fähigkeiten", meinte Rui Águas.
Stars bei DR Kongo

Generell kann man allerdings sagen, dass die Qualität der Defensive mit der Offensive nicht wirklich mithalten kann. Die Zuversicht ist dennoch groß. "Trotzdem wir großen Respekt vor dem Rest der Gruppe haben, sind wir mit der Auslosung nicht unglücklich. Es hätte weitaus schlimmer kommen können. Wir wollen zumindest in die K.O.-Phase kommen – und ab dann ist alles möglich", meinte Verteidiger Garbriel Zakuani.
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js